Prototyping im Produktmanagement

customer discovery design produkt prototyping Mar 01, 2022
Prototyping im Produktmanagement

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3 Prototypingformen für dich als Nicht-Designer

Beim Thema Prototyping sträuben sich deine Haare? Es ist nicht so schwer wie du denkst, wenn du unseren Tipps folgst und simple anfängst. Denn Prototyping ist eine tolle Sache, die du dich auch mehr trauen solltest. Auch Nicht-Designer, die im Produktmanagement arbeiten, sollten in der Lage sein, Ideen zu visualisieren. Diese Visualisierungen benötigst du, um deine Ideen in eine Form zu bringen und diese deinen Kunden vorzustellen.

 

#1 Bring deine Idee auf ein Blatt Papier

Der erste Schritt ist eigentlich immer der gleiche und der fängt mit Stift und Papier an, also mit Sketching, Papierprototyping. Du hast deine Idee, ein Konzept, das aufgezeichnet werden soll, damit es nicht nur in deinem Kopf ist, sondern auch auf dem Papier existiert. Hierdurch werden deine Ideen bildlich veranschaulicht dargestellt. Es geht nicht um Schönheit oder hundertprozentige Genauigkeit, sondern diese Sketchings sollen dir eine Denkhilfe und Kommunikationshilfe bieten, damit klarer wird, wie deine Idee aussieht und ob sie umsetzbar ist. Das Papierprototyping ist sozusagen die Verbindung, die Idee vom Hirn über die Hand aufs Papier zu bekommen. Auch ein iPad kann dabei hilfreich sein. Es gibt simple Apps, mit denen Fotos von Sketches gemacht werden können und die dann zu einem Prototyp zusammengeführt werden. Das heißt, mit Papierprototypen, mit Sketches und einfachen Apps kannst du gewisse Dinge vorab testen. Aber sie haben natürlich auch ihre Grenzen. Denn solche Prototypen kannst du nicht bei jedem Kunden vorzeigen. Es gibt weitere Prototypformen, die du nutzen kannst, um deinem Kunden die Idee vorzustellen.

 

#2 Nutze Präsentation-Tools, um ansehliche Prototypen zu erstellen

Es gibt eine Vielzahl an Tools, die du nutzen kannst, um digital zu prototypen. Der digitale Prototyp hat das Ziel für sich selbst sprechen können. Oft wird PowerPoint, Keynote oder Google Slides verwendet. Diese Präsentation-Tools eignen sich gut dazu, schnelle und doch recht ansehnliche Prototypen zu erstellen. Es ist ein bisschen arbeitsintensiver, es gibt aber Vorteile gegenüber dem Papierprototyp. Du kannst den Protoyp wesentlich leichter interaktiv gestalten und deine Ideen in verschiedenen Folien in einem Präsentationsprogramm abbilden. So kann ein relativ gutes Gefühl dafür erzeugt werden, wie sich die Ideen verhalten. Und der Kunde bekommt eine gute Idee davon, wie das Produkt funktioniert. Diese Komponente fehlt ein bisschen beim reinen Papierprotoyp, weil man dort ja meistens alles nebeneinander hat.

Beim digitalen Prototyping kannst du auch zum ersten Mal wirklich mit Text arbeiten. Das Thema Lorem Ipsum ist spielt hier eine Rolle. Es kann eine Bereicherung sein, aber auch Probleme schaffen und für Verwirrung sorgen. Lorem Ipsum ist ein Platzhaltertext, ein lateinischer Standardtext, den man relativ oft in Prototypen oder in Designvorlagen sieht. Es ist hilfreich, wenn es um Visual Design geht, zum Beispiel um die Erstellung eines Blogs. Dann ist es wichtig, einen Platzhaltertext zu haben, der zeigt, wie der Text designt ist. Hier reicht ein einfaches Textfeld nicht aus. Aber in manchen Fällen spielt der Text eine untergeordnete Rolle. Da reichen oft auch einfach Textfelder, Textboxen, um zu signalisieren, dass hier eigentlich ein Text oder Wörter stehen sollen. Aber das Thema sehen wir uns ein anderes Mal genauer an.


#3 Nutze spezialisierte Tools zur Steigerung der Interaktivität

Zwei Favoriten im Bereich spezialisierter Tools sind da Marvel und InVision. Beide sind Tools, die sehr viel können. Es ist zum Beispiel möglich eine Menge Bilder hochladen und dann auf diesen Bildern Hotspots zu ziehen, also Klick-Flächen oder Tab-Flächen und dadurch zu veranschaulichen, wie das Produkt funktioniert. So kannst du relativ einfach komplexere Prototypen erstellen, die Verzweigungen haben und wo der Kunde in einem Test das Produkt erforschen kann. Auch Ideen, die du vorher in PowerPoint oder Keynote veranschaulicht hast, kannst du als Bilder exportieren und da reinladen. Dies erhöht die Interaktivität. Diese Animationen haben nicht nur eine gewisse Ästhetik, sondern dem ganzen Projekt wird so auf einfache Art und Weise mehr Vitalität und Realität gegeben. Auch kannst du durch die konkrete Anwendung neue Erkenntnisse ziehen.

 

An welcher Stelle in einem Product-Life-Cycle ist welcher Prototyp angebracht?

Ideal ist es natürlich, wenn es sich um ein komplett neues Produkt handelt. In dieser Situation befindest du dich aber vermutlich sehr selten. Für einen Sketch sollte immer Zeit in Anspruch genommen werden, weil Sketching eigentlich fast mehr Denken mit der Hand ist als Prototyping im eigentlichen Sinn ist. Es sollte ein Teil der Arbeitsweise sein, die du pflegst. Auch ist die Frage, was mit dem Prototyping erreicht werden soll. Geht es um kleine Änderungen oder wesentliche Veränderungen? Manchmal reicht es drei Folien in Keynotes zu machen, die die Situation vorher, währenddessen und danach veranschaulichen. Bei komplexeren Änderungen wird dann besser auf Tools wie InVision zurückgegriffen. Die Designer-Toolbox ist heutzutage wesentlich zugänglicher als sie vor einigen Jahren war und auch für Nicht-Designer deutlich leichter anwendbar.

 

Mach etwas real, was noch nicht existiert

Das Ziel beim Prototyping ist, etwas real zu machen, was noch nicht existiert. Dabei solltest du möglichst viele Schritte rausnehmen, um das Ganze so unkompliziert wie möglich zu machen. Denn das ist die ganze Macht des Prototypings, dass du sehr schnell sehr weit kommst, auch wenn du es danach wegwerfen musst. Aber im Prototyping-Prozess eignest du dir Wissen an, du kannst Dinge testen kann, die es noch nicht gibt. Und deshalb, je schneller man dort hinkommt, desto besser.

 

Kurz und knackig: Der Prototyping-Prozess

Das schlichte Aufzeichnen, der Papierprototyp, sollte der Anfang deines Prototypings, also der erste Schritt im Prototyping-Prozess sein. Deine Ideen werden bildlich veranschaulicht dargestellt. Dann kannst du einen Schritt weiter gehen zum digitalen Prototyp und auf einfache Tools wie PowerPoint, Keynote, Google Slides zurückgreifen. In diesem Schritt sollte der Prototyp schon wirklich für sich selbst sprechen. Im letzten Schritt kommen dann spezialisierte Tools wie Marvel oder InVision dazu mit dem Ziel der Interaktivität, Vitalität und Realität.

 

Unser Tipp für dich: Mach es dir einfach!

Zum Abschluss haben wir noch einen Tipp für euch bei der Bearbeitung von Apps. Ein sehr guter Weg, um Tools wie Marvel und InVision zu nutzen, ist, Screenshots von der bestehenden App zu machen und dann, wenn du etwas verändern möchtest, kannst du einfach Dinge drüber zu legen. Dafür benutzt du Photoshop, Sketch oder auch PowerPoint. Die Stelle, die ausgetauscht werden soll, bekommt eine Box, in die der Text reingeschrieben wird, der in der neuen Version drinstehen soll. So schaffst du schnell und einfach ein Prototyp von der neuen Version, wo das Rundherum ja schon für dich vorgefertigt ist.

Wir hoffen, wir konnten dir weiterhelfen. Uns interessieren deine Erfahrungen und Anekdoten als Nicht-Designer im Prototyping. Wie hilfst du dir weiter? Erzähl uns deine Geschichten, Tipps und Tricks, die du bei der Erstellung eines Prototyps hattest.

 

 

 

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